Unerwünschte Marketing-Anrufe ins Leere laufen lassen

Gestern wurde ich zum vierten Mal (!) innerhalb von wenigen Wochen vom Tele2-Telefonterror behelligt. Als die Marketing-Tante von Tele2 morgens anrief, und ich erklärte, dass ich jetzt eine Anzeige stellen würde, antwortete sie mir, dass ich doch einmal Tele2-Kunde gewesen sei und sie das dürfe! Ich war aber noch nie Tele2 Kunde! Auf meine Aufforderung, mich jetzt endlich aus den Datensätzen zu löschen reagierte sie nicht. Und die Tele2-Marketing-Terroristen hatten mich schon zwei mal morgens aus dem Bett geholt! Ich flippte ich am Telefon also richtig aus und brüllte, bis die Marketing-Tante endlich auflegte. Nach so einer morgendlichen Adrenalinspritze könnte man sich zwar den Kaffee sparen – ich trinke aber grünen Tee.

Danach überlegte ich, wie man sich pfiffiger wehren kann. In Zukunft werde ich eines der folgenden Methoden anwenden:

a) Ich bleibe superfreundlich und sage: “Entschuldigung, gerade hats bei mir an der Tür geklingelt. Ich bin gleich wieder dran.” Und dann lass ich das Telefon einfach die nächsten 30 Minuten liegen. Ich genieße, wie der unerwünschte Telefonterrorist so langsam am Telefon verhungert. Vielleicht geh ich nach zwei Minuten nochmal ran und sage: “Bitte noch eine Minute, bin bestimmt gleich wieder da.

b) Ich bereite mich vor und nutze diesen Telefon-Marketing-Bogen (PDF) und drehe damit den Spieß der psychologischen Kriegsführung um. Jetzt interviewe ich den Anrufer, bis er entnervt aufgibt. Etwas für Leute mit Spass an Unterhaltung.

c) Ich bereite mich vor und suche mir eine interessante Rufnummer oder gar mehrere heraus. Beispielsweise die von der örtlichen Verbraucherzentrale oder einer Rechtsanwaltskanzlei (Branchenbuchseite rausreissen) oder der Polizei, wobei ich einfach eine mehrstellige Endnummer an die zentrale Vorwahl dranhänge, damit das nicht so auffällt. Beim nächsten Telefonterror erkläre ich freundlich, dass ich nur auf Besuch sei, der Telefonanschlussinhaber aber das Angebot sicher interessiere, den der Anrufer gerne unter der anzugebenen Telefonnummer erreichen könne. Und dann hoffe ich, dass die Verbraucherzentrale oder die Polizei was gegen diese Anrufer unternimmt. Auch für einen Rechtsanwalt könnte ein solcher Anrufer eine nette Beute für eine lukrative Abmahnung mit Unterlassungserklärung werden.

d) Auch die Weiterleitung an die Handynummer (0 163) 1 73 77 43 “Frank-geht-ran.de kann viel Freude bereiten.

Ergebnis: Ich werde nie mehr wegen Telefonterror ausflippen. Sondern ich freue mich schon auf den nächsten Anruf und wähle dann je nach Stimmung und Intuition meine Gegenmittel. Man muss sich die Nummern natürlich einmal aufschreiben und irgendwie in der Nähe des Telefons legen oder unter den Apparat kleben, usw., damit man die Nummern dann auch spontan zur Hand hat.

4 Reaktionen zu “Unerwünschte Marketing-Anrufe ins Leere laufen lassen”

  1. Simon

    Und was machst Du bei diesen grässlichen Bandansagen, die einem erzählen, dass man grade viel Geld gewonnen hat und 09. … zurückrufen soll?

  2. Simon

    Lieber Dietrich, ich hab die Lösung. Hier kommt die Audio-Anleitung zum Umgang mit lästigen Telemarketing-Leuten:
    http://howtoprankatelemarketer.ytmnd.com/

  3. Monetenguru

    Danke für die Ergänzung zum Thema.

  4. schorschi

    Ich machs ähnlich. Ich sage immer:”Moment, ich muß mal eben das Fenster zumachen”, und bereite dann das Abspielen der Aufnahme “drüber…für acht aktive Schreier” vor (www.gerhard-staebler.de/sound/drueber/ra), Realplayer.

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