Wann verlassen die Ratten das sinkende US $ Schiff?

Nach der neuesten US-Statistik haben die USA allein gegenüber China in 2006 weitere 232,5 Milliarden US $ Schulden gemacht – in 2005 waren es “nur” 201,5 Milliarden US $. Das Weltimperium lebt immer mehr auf Pump! Die Armen leihen den Reichen Geld für deren Konsum, Energieverschwendung (Energieverbauch in den USA = 25% des Energie-Weltverbrauchs) und der Waffenproduktion (50% aller weltweiten Rüstungsausgaben werden von den USA getätigt).

Die steigende Außenverschuldung der USA macht es zunehmend wahrscheinlicher, dass ein nachhaltiger Kurssturz des Dollars gegenüber anderen Währungen und speziell gegenüber Gold eintritt. Bisher haben die in die USA exportierende Länder wie China, Japan, u.a. mit ihren Dollarüberschüssen überwiegend US-Schuldverschreibungen gekauft, um so ein gewisses Gleichgewicht der Wechselkurse zu stützen.

Seit 2006 beginnt man jedoch zunehmend, sich aus dem US $ herauszuschleichen. Der angehäufte internationale Schuldenberg der USA ist immens. Niemand weiß zwar, wann der Dollar einmal als Währung zusammenbrechen wird. Dass mit exponentiell steigenden Auslandsschulden der USA die Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenbruch entsprechend steigt, pfeifen inzwischen die Spatzen vom Dach. Regierungen und Notenbanker agieren beim Ausstieg als Dollargläubiger verständlicherweise sehr behutsam. Schließlich will niemand unbedacht eine Kurssturz-Lawine lostreten, die ja den Wert der eigenen gegebenen Darlehen in US $ mindert. Zudem will man keinen Zusammenbruch des US $ als Leitwährung, da dies historisch bereits zu Wirtschaftskrisen führte. So sitzt man einerseits als Gläubigergemeinde und Schuldner im gemeinsamen Boot. Andererseits diversifizieren seit 2006 die Gläubigerländer zunehmend in andere Währungen und Rohstoffe, damit nicht alle Werte in einen jeweiligen Dollarstrudel hineingerissen werden.

So setzen nicht nur Russland, Südostasien, u.a. auf mehr Diversifizierung, sondern speziell auch China. Zunehmend bereisen rotchinesische Diplomaten die Rohstoffländer in Afrika und Amerika, um statt Dollars aus gedrucktem Papier sich vertraglich Rohstoffkontingente für die Zukunft zu sichern. Die chinesische Strategie, die nicht nur externe Rohstoffe akquiriert, sondern gleichzeitig auch den Export strategisch wichtiger Rohstoffe aus China zunehmend beschränkt, wird heute in einem Artikel von Dietmar Siebholz näher erläutert.

Fazit für den Anleger: Allein in China und Indien bewegen sich derzeit 2,4 Milliarden Menschen derzeit aus der Armut in Richtung mehr materiellen Wohlstand. Nimmt man Südostasien und Südamerika mit ebenfalls hohen Wachstumsraten hinzu, sind es weit über 3 Milliarden. Für Infrastruktur, Häuser, Industrie und Konsum entsteht damit eine exponentiell steigende Rohstoffnachfrage, die auf häufig bereits angespannte Rohstoffmärkte stößt. So dürften sich – zumindest auf langjährige Sicht – die Rohstoffpreise weiter nach oben entwickeln. Wahrscheinlich ist der Anleger gut beraten, wenn er sich an der langfristigen chinesischen Strategie orientiert und sich einen Share an Rohstoffen sichert.

Einen Kommentar schreiben