Goldpreis als Konfliktindikator für Spannungen und Kriege

In den letzten 33 Jahren stieg der Gold- und der Ölpreis häufig mit den Konflikterwartungen im Nahen Osten:

  • 1973 für den Nahostkrieg und für die Folgezeit des OPEC-Ölembargos der in der OPEC zusammengeschlossenen, überwiegend im Nahen Osten beheimateten Ölländer.
  • 1978 / 1979 folgte die Mullah-Revolution im Iran und der Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan – der Goldpreis erreichte dabei den historischen Höchststand von 850 US Dollar pro Unze – was bei Inflatonsausgleich einem heutigen Stand des Goldpreises von über 2.000 Dollar pro Gold-Unze entsprechen würde.
  • 1984 drohte Ronald Reagan als amerikanischer Präsident der Sowjetunion mit einem möglichen atomaren Erstschlag und Russland überfiel Afghanistan – entsprechend stieg wiederum der Goldpreis an.
  • Seit 2001 stieg der Goldpreis kontinuierlich an, was mit der erhöhten Konfliktlage nach dem 11. September und den folgenden amerikanischen Ölkriegs-Interventionen im Irak in Verbindung gebracht werden kann.
  • Seit 2006 nähert sich der Goldpreis zumindest nominell in US $ erneut den Höchstständen von 1980. Auffällig ist dabei, dass das zeitgleich mit erhöhten Konfliktrisiken im nahen Osten (Iran, Irak, Israelische Intervention im Libanon) zusammenfällt.
  • Auch Anfang 2007 verschärfen sich die kriegerischen Töne zwischen den USA und Iran, die zunehmend kaum noch beherrschbaren Bürgerkriegskonflikte im Irak, die Konflikte in Afghanistan. Zusätzlich beginnen die USA, ihre nuklearen Erstschlagskapazitäten durch den Aufbau eines Rings von Abwehrraketen in den neuen Natostaaten nahe an Russland zu optimieren. Tieferer strategischer imperialer Sinn der US-Aktion: Wenn genug Abwehrraketen positioniert sind, verpufft ein potentieller nuklearen Gegenangriff Russlands, wenn die USA einen massiven Erstschlag gegen Russland durchführen. Das Ganze erinnert stark an eine Fortsetzung der oben erwähnten Reagan-Politik von 1984. Der Goldpreis steigt erneut an und Putin brandmarkt die imperiales Verhalten auf der Münchner Sicherheitstagung mit deutlichen Worten.

Niemand sollte sich etwas vormachen. Solche militärischen Planspiele werden schließlich in reale Potentiale durch entsprechende militärische Stationierung von Militärgerät und Personal umgesetzt. Und der derzeitige US-Präsident ist von den Lobbies der Rüstungs- und Ölindustrie umgeben, die von den Konflikten im nahen Osten wohl auf jeden Fall immer gut profitieren können. Die Situation in den USA für Kriegsabenteuer ist vielen Deutschen nicht so ganz klar. Während in Deutschland der Kanzler ein militärisches Engagement der Bundeswehr sich durch das Parlament absegnen lassen muss, kann der Präsident der USA nach eigenem Gutdünken sogar Atomschläge durchführen. Und eine steigende Anzahl von Beobachtern des Zeitgeschehen meinen, dass G.W. Bush sich einen Militärschlag gegen den Iran nicht nehmen lassen wird, auch wenn sein politischer Niedergang nach seinem Irak-Abenteuer wohl immer unverkennbarer wird.

Das entspräche auch der im Pentagon schon seit längerem ausgeklügelten Ölkriegs-Strategie von Wolfowitz: Zunächst wird der Irak als Zentrum der Ölregion besetzt, um dann entsprechend von dort aus notfalls gewaltsam Einfluss auf alle sonstigen dem Imperium Olio Americanum widerstrebenden Länder der Region zu nehmen: Den Iran als eines der ölreichsten Länder der Welt. Das wiederum bringt potentielle Konflikte unter anderem mit Russland und China mit sich, wobei China keine ausländischen Ölquellen politisch oder militärisch imperial kontrolliert, aber mit zunehmendem Wirtschaftswachstum zunehmend auch von Öl abhängig wird.

Die Investorenmeinung zum politischen Geschehen lesen viele am im Verhältnis zum US Dollar steigenden Goldpreis ab. Wie schon gesagt entspricht der historische Höchstwert von 1980 mit 850 US Dollar entspricht inflationsbereinigt einem Preis von über 2.000 US Dollar. Der aktuelle Goldpreis von 680 US Dollar ist demgegenüber also noch niedrig und entspräche inflationsbereinigt einem Stand von etwas über 250 US Dollar vor 27 Jahren.

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