Kommt jetzt das erwartete Blutbad an den Kapitalmärkten?

Nicht Grund, sondern Auslöser für einen ersten weltweiten Kurseinbruch der Aktienmärkte war der Kurseinbruch der schon überkandidelten Börse in Shanghai heute früh. Zusätzlich befeuerten schlechte Daten der rückläufigen Entwicklung der Auftragsbestände der Investitionsgüter in den USA den Kursverfall in den USA, die zwischen knapp -3% für den Dow, -3,5% für den Nasdaq und über -3,5% für die NYSE lagen. Mit -7,5% für den argentinischen MerVal und -6,2% beim brasilianischen Bovespa und -5,3% für den MXX in Mexiko brachen die lateinamerikanischen Börsen stark ein.

Wie heute zufällig im Blog zum Thema Kontraktion überschäumender Liquidität, Edelmetalle und Asset-Bubble beschrieben, schwappte heute abend die Verkaufswelle auch auf die Gold- und Silberpreise an den Rohstoffbörsen und auf die Edelmetall-Aktien-Indizes über. Diese dürfte noch nicht unbedingt beendet sein, dürfte aber mittelfristig von einer freundlichen bis bullischen Tendenz für die Edelmetalle gerade in Krisenzeiten überlagert werden.
Ob es sich beim Börsensturz nur um eine anstehende Korrektur bis zur Unterstützunglinie der seit vielen Monaten ständig steigenden Kursentwicklung an den Aktienmärkten handelt oder um den wirtschaftsanalytisch von vielen erwarteten zweiten Crash nach Platzen der Dot.com-Blase, wird sich in den nächsten Tagen oder Wochen zeigen. Denn eigentlich ist logisch, dass der Dot.com-Crash aus dem Jahr 2000 durch eine massive globale Zinssenkungspolitik durch politische Öffnung der Geld- und Kreditschleusen nur übertüncht wurde. Verschwindet nun diese Geldmenge im “schwarzen Loch” der Assetmärkte, setzt sich erneut der Kursverfall fort. Danach würde jetzt das “Doppelhoch” von 2000 und Anfang 2007 hinter uns liegen, wobei uns die nächsten Jahre nochmals ein scharfer Bärenmarkt bevorsteht, bevor es langfristig wieder aufwärts gehen kann. Dieser Kursverfall könnte die Tiefststände von 2003 erneut erreichen oder sie gar überschreiten.

Ein relativ kleiner Einbruch in einer überverkauften Periode oberhalb der Widerstandslinien der meisten Börsenindexe darf aber nicht überinterpretiert werden und ist eher nur als Warnzeichen oder als Fehlalarm zu verstehen.

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