Staatliche Zwangsübertragung virtueller Immobilien an die Bürger könnte neue Geldzaubermaschine werden
Nach dem weltweiten Börsencrash ab 2001 hatten die Notenbanken über massive Leitzinssenkungen den Geldhahn zunächst kräftig weiter aufgedreht. Seither explodierte die globale Geldmenge geradezu. 2006 betrug das Geldmengenwachstum etwa knapp 10% in Europa und den USA und jeweils über 15% in China und Indien.
Damit die sich blähenden Geldmengenballons nicht platzen, könnten sich die Staaten und Wirtschaftsregionen neue virtuelle Immobilien-Casinos schaffen, die einen größeren Teil der Geldmenge in neue, virtuelle Immoblienmärkte hineinsaugen. Meine Idee erscheint auf den ersten Blick vielleicht makaber. Aber viele Elemente im vorgeschlagenen Maßnahmebündel wurden ja schon früher in anderen Zusammenhängen erprobt oder werden aktuell praktiziert. Manchem mag beim Vorschlag unangenehm aufstoßen, dass beim Verfahrensvorschlag den Bürgern – womöglich etwas vermögensabhängig – zwangsweise eine so genannte virtuelle Staatsimmobilie aufs Auge gedrückt wird.
Die Vorteile erscheinen jedoch unschlagbar und wir wissen doch schließlich alle, dass der Bürger meist nicht vorsorgt, und der Staat ihm daher solche vermögensfördernden, fürs Alter vorsorgenden Maßnahmen aufs Auge drücken muss, was auch die globale Wirtschaft durch weitere Erhöhung der Geldmenge und der virtuellen Kapitalwerte fördert:
- Man schafft neue virtuelle Werte und saugt damit die Luft aus dem bisherigen Geldblasensegment in eine neue virtuelle Blase,
- Man entschuldet gleichzeitig den Staat, schafft viele neue feste Arbeitsplätze – speziell im öffentlichen Dienst,
- Man erhöht den bisher geringen Anteil an Immobilienbesitz in Deutschland auf volle virtuelle 100%.
- Man stärkt auch noch die Altersvorsorge der Bürger durch Neuschaffung von virtuellem Kapitalvermögen.
Aber es gibt hier nicht nur Brot, sondern es zusätzlich auch noch ein tolles Immobilien-Spielcasino für alle zum Handeln der persönlichen privatisierten Immoblien! Es ist wie nach der Währungsreform in Deutschland 1948: Jeder bekam damals 40 DM in die Hand. Jeder startet auch in diesem Game mit einem gleich großen Immobilienwert und steht so gleichberechtigt am Start. Jeder kann auf der virtuellen Immobilienbörse frei handeln und letztlich auch ein großer Immobilienmogul werden.
Und der Staat kann auch dort wieder durch Erhebung einer kleinen Grundsteuer auf virtuellen Immobilienbesitz vollkommen gerechtfertigt beispielsweise Umsatzprozente beim Verkauf von Immobilien als Steuer oder Gebühren erheben – natürlich am Besten auch noch eine (wirklich nur ganz kleine) Vermögenssteuer auf virtuelles Immobilienvermögen.
Sie sehen schon: Gerade auch im virtuellen Raum sind den politischen Phantasien zur Gebühren- und Steuererhebung keine Grenzen gesetzt.
Diese die Geldmengen bindende, staatsentschuldend wirksame Politkampagne wird abgekürzt die PRIVI, die “Privatisierung des virtuellen Immobilien-Staatsvermögens” genannt.
Für die Durchführung der wird eine entsprechende TAVIS, eine Treuhand Anstalt Virtuelles Immobilien Staatsvermögen als staatliche Anstalt gegründet – in Anlehnung an das Modell der Privatisierung von DDR-Staatsvermögen im Rahmen der ehemaligen Treuhandanstalt. Der zunächst staatlich unter Ankaufzwang gesetzte Bürger muss ja einen bestimmten Kaufpreis für die virtuelle Immoblie bezahlen. Dies ermöglicht es dem verschuldeten Staat, einen Teil des zu viel in die Welt gesetzten umlaufenden Geld abzuschöpfen und sich zwischenzeitlich zu entschulden, um dann wieder neue Schulden machen zu können.
Wer als Bürger nicht gleich seine virtuelle privatisierte Immobilie bezahlen kann, erhält von TAVIS zunächst eine großzügige Kaufpreisstundung – niemand soll für seine virtuelle Immobilie gleich in Armut gestürzt werden. Danach gibt es die Möglichkeit staatlich geförderter, zinsverbilligter Kredite für virtuelle Immobilien. Diese kann jedermann bei seiner persönlichen Bank beantragen. Im Rahmen einer politischen Kampagne für die Privatisierung virtueller staatseigener Grundstücke wird natürlich auf die Tränendrüse “Die virtuelle Immobilie als staatlich garantierte Form der privaten Altersvorsorge der Zukunft” gedrückt. Die Bürger sollten dem vorsorgenden Staat für diesen Punkt wirklich dankbar sein, schließlich werden für jeden Werte fürs Alter geschaffen.
Wenn alle Bürger schließlich vom Baby bis zum Opa im Pflegeheim mit virtuellen Immoblien versorgt sind und der Staat seine über Billionen Euro Schulden los geworden ist, wird per Umwandlungsvertrag die TAVIS in das erste staatseigene virtuelle Immobilienspiel-Casino gewandelt. Als nächstes wird das neu geschaffene Online-Immoblien-Casino privatisiert. Erstaunlich wird dann sein, wer nach der Privatisierung plötzlich alles im Aufsichtsrat oder dem Vorstand des Online-Immoblien-Casinos sitzen wird.
Jeder Bürger kann mit seiner TAVIS Personal-ID am großen virtuellen Super-Immobilien-Game teilnehmen – natürlich zusammen entwickelt mit dem Inhaber der Markenrechte an diesem Online-Spiel: Einer Spielefirma. Diese Spielefirma hat die Entwicklungskosten für das große Game sich aufopfernd völlig umsonst dem Staat zur Sanierung von Wirtschaft und Finanzen gesponsort. Eine Tochter der privaten Spielefirma enthält jedoch als zukünftiger Plattformbetreiber gleichzeitig Umsatzbeteiligungen auf allen Umsätze beim virtuellen Immobilienspiel zur Eroberung des Immobilienmonopols auf dem virtuellen deutschen Immobilienmarkts – natürlich mit staatlicher Mindestgarantie bei den Einnahmen.
Das neue virtuelle Immobilienspiel für Deutschland verknüpft sich mit den neu geschaffenen virtuellen Immobilienmärkten anderer Staaten, die sich ebenfalls über die Schaffung virtueller Märkte durch Zwangszuweisung von Eigentumsanteilen an Immobilien an die Bürger entschulden konnten. Das Spiel wird international gespielt in allen Währungen.
Spannend verfolgt die Welt das große Game um die weltweite Immobilienherrschaft bei virtuellen Immobilien: Wer wird der größte Immobilien-Monopolia-Mogul? In Deutschland machen ARD, ZDF, RTL und Premiere & Co. dabei wirklich tolle Reality-Shows und begleiten die Immobilienprofis und Laien in ihrem Glück: “So werde ich endlich reich durch Immobilien”.
Und so werden aus virtuellen Immobilien die Geldmenge aber auch die Reichtumsphantasien der Bürger gestärkt, die dadurch bereiter sind, sich weiter zu verschulden. Das kurbelt dann die Wirtschaft und den Zukunftsoptimismus und damit den Konsum weiter an.
Ein staatlich installiertes Plunge-Protection-Team darf heimlich auf der virtuellen Immoblienbörse intervenieren, um steigende Preise zu garantieren und Crashs zu verhindern. An der Futuresbörse für virtuelle Immobilien geht das Plunge-Protection-Team dann eben long. Die Trades unterliegen der gesetzlichen Geheimhaltungspflicht – auch die Vorgänge der beim operativen Vorgänge zugeschalteten Brokern und Banken. Sie sind auch in den Bilanzen zu unterdrücken.
Zusätzlich schafft der Staat viele neue feste ewige Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, indem er den Grundbuchämtern, Notaren und Gerichten die Aufgabe überträgt, auch die Grundstücksgeschäfte bei den virtuellen Immobilien zu begleiten und zu dokumentieren. Und die virtuellen Werte können von jedermann verkauft und in real physikalisches Vermögen gewandelt werden.
Somit hoffe ich, allen endgültig nachgewiesen zu haben, dass im virtuellen Raum echte Werte geschaffen werden können! Ist nicht hiermit klar nachgewiesen, dass unser aller Reichtum in US-Dollar oder Euro, Yen, Yuan oder Rubel um die unendlichen Weiten des virtuellen Weltraums auf Datenspeichern, Computern, Routern, Switches, Funklans und Netzen beliebig vergrößert werden kann? Schließlich sind die Währungen ja nicht mehr Gold gedeckt, können also als Blasen jederzeit expandieren.
Wenn das nur allen Bürgern dieser Welt doch nur bereits begreiflich wäre! Würden beispielsweise alle glauben , dass sie als Führer und Besitzer eines großen virtuellen Raumschiffs im Weltraum eines weltweiten Computerspiels wirklich Reichtum und Macht im Weltraume erwerben, dann könnte die für die zusätzliche virtuelle Realität erforderliche Geldmenge die materielle physische Realität sehr schön ergänzen.
Das besonders schöne an der virtuellen Realität: Man kann die wirtschaftlichen Werte beliebig vermehren, damit auch die Geldmenge für jeden und den globalen, nationalen und persönlichen Reichtum. Man ist ja hier schließlich nicht nur auf den virtuellen Immoblienmarkt beschränkt. Das Beispiel oben stellt ja nur ein Szenario einer möglichen Gattung der beliebigen Vermehrung von Kapitalvermögen im virtuellen Raum globaler Netze, Rechner und Datenspeicher dar.
Ergebnis: Die virtuelle Welt ermöglicht es, allen Bürgern auf der Welt einen nahezu unendlichen Reichtum und eine fast unendliche Geldmenge zur Verfügung zu stellen. Zweifeln Sie daran? Oder vermuten Sie bei mir etwa Sarkasmus? Vielleicht könnten Sie als Zweifler doch einmal ihren Standpunkt zum Sachverhalt weiter unten kommentieren? Warum soll denn eine solche unendliche virtuelle Vermehrung des Reichtums nicht möglich sein?

Am 5. August 2008 um 22:11 Uhr
Wenn es möglich wäre, würde es bereits existieren!