Besser in Silber oder Platin als in Gold investieren?
Einige makroökonomisch an der österreichischen Schule orientierte Rohstoff- und Währungs-Analysten meinen, man solle eher in physisches Silber oder Platin investieren, als in Gold. Als Wertanlage könnte speziell Silber einfach das besser laufende Edelmetall darstellen, wenn Währungs-, Finanz- und Wirtschaftskrisen eintreten.
Der Grund: Für Silber, Gold und Platin gilt gemeinsam, dass es sich sowohl um industriell als auch für Schmuck verwandte Metalle handelt, die allesamt zugleich auch Wert-Hortungsmetalle darstellen. Beim Gold besitzen einige Notenbanken jedoch noch erhebliche Goldbestände. Erst 1971 wurde die Golddeckung des US-Dollars aufgehoben und die Notenbanken begannen systematisch ihre Goldvorräte zu verkaufen – auch um den Goldpreis durch Dumping zu verderben, der ja bei Preissteigerungen ihre nun nicht mehr goldgedeckten Papierwährungen diskreditiert hatte. In den letzten Jahrzehnten wurde allerdings nur ein größerer Teil des Goldbestände der Notenbanken verkauft. Daher können die Notenbanken mit den ihnen verbliebenden Goldbeständen prinzipiell weiterhin Geld- und Währungspolitik machen. So könnten sie beispielsweise bei einem massiven Verfall des US $ versuchen, bei weiter stark anziehenden Goldpreisen durch Gold-Dumping zu intervenieren.
Schließlich sieht es nicht gerade gut für die ungedeckten Papierwährungen aus, wenn in einer Währungsvertrauenskrise der Wert der “Währung Gold” gegenüber den Papiergeldwährungen ständig steigen würde. Bei einem galoppierenden Dollarverfall dürften sicherlich nicht nur viele Amerikaner in andere Währungen, sondern eher in Gold investieren. Auch die Euro-Zone und andere Währungszonen sind bezüglich der Geldmenge extrem aufgeblasen worden. Platzt die US $-Geldexpansionsblase, investieren viele lieber gleich in echte Werte und vermeiden anders bedruckte Papierscheine ohne tatsächliche physische Deckung. Wie in der Vergangenheit könnte erneut Sperrfeuer der Notenbanken im Rahmen der psychologischen Kriegsführung gegen das Edelmetall erwartet werden. Über den Versuch, durch Goldverkäufe die Marktpreise zu drücken wird Mißtrauen gegen Gold geschürt und dadurch der relative Wert ins Papiergeld der Regierungen und Notenbanken gestützt.
Bei Silber und Platin sieht das ganz anders aus: Hier haben sich die Notenbanken haben sich schon vor der Weltwirtschaftskrise 1930 aus der Hortung von Silbervorräten zur Deckung ihrer Papiergeldbestände verabschiedet. In den folgenden Jahrzehnten wurden diese Silbervorräte auf dem Weltmarkt verkauft, die speziell industriell seither einfach großteils aufgebraucht worden sind. Später ließen die Notenbanken auch die Silbermünzen in Blechmünzen umtauschen, um auch dieses “Tafelsilber” zu verkaufen. Und Platin hat historisch bisher wohl noch nie einen wichtigeren Platz als staatliches Deckungsinstrument zur Währungsstabilität eingenommen.
So trifft inzwischen eine steigende Silber- und Platinnachfrage (Industrienachfrage, Schmuck, Hortung) auf sehr geringe Lager- und Hortungsbestände, wobei die Zentral- und Notenbanken selbst vorratslos sind und ein Plunge Protection Team also höchstens über den Optionsmarkt, nicht aber über den Verkauf physischer Bestände intervenieren könnte.
Sollte die weltweite Finanzblase wieder einschrumpfen und Investoren zunehmend aus bunt bedrucktem Papier fliehen und Deckung bei den Edelmetallen zu suchen, wird der Markt bei physisch verfügbarem Silber und Platin also mangels Vorratslagern (anders als Goldvorräte in Fort Knox, der Bundesbank-Goldlager in New York, usw.) besonders knapp.
Das Fazit der Strategen für Edelmetall-Strategen bei Silber und Gold lautet daher:
Im Fall einer Finanz- und Währungskrise werden die Chance auf Wertzuwachs oder Werterhalt bei Silber und Platin höher sein als bei Gold. Speziell bei Silber. Denn Silber galt schon immer als “Gold des kleinen Mannes”. Im Krisenfall könnte bei steigenden Edelmetallpreisen größere Bevölkerungsschichten Silberbestände horten, während Gold und Platin für sie als Investition zu teuer sind. Zusätzlich sei Silber neben seiner Hortungsfunktion auch in seiner Rohstofffunktion besser abgesichert, da der industrielle Verbrauch steige und neue Anwendungsgebiete wie in den Nanotechnologien entstünden.
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Am 16. September 2007 um 16:43 Uhr
Investitionen in Gold, Silber und Platin sollten auch meiner Meinung nach in jedes Depot gehören. Nicht immer rentiert sich allerdings der physische Kauf der Edelmetalle, da er immer mit Nebenkosten sowie einem teilweise recht heftigen Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis verbunden ist. Beim Gold zum Beispiel würde ich einem Direktinvestment den Kauf eines Zertifikates wie dem Lyxor Gold Bullion Securities (ISIN: DE0000LP781) vorziehen. Dieses versucht nicht nur, den Goldpreis nahezu 1:1 abzubilden, sondern überzeugt auch mit niedrigen Gebühren von gerademal 0,4 Prozent pro Jahr. Darüber hinaus wird bei diesem Zertifikat jedes einzelne Papier mit einer Zehntelunze physischem Gold besichert, welches in den Tresoren der Londoner HSBC Bank eingelagert und verwahrt wird. Im Gegensatz zu den teilweise 5 Prozent und mehr, die zwischen An- und Verkaufspreis bei physischem Gold liegen, kann der Anleger über dieses Zertifikat schon wesentlich niedrigere Beträge zu geringen Gebühren anlegen und so an der Wertentwicklung von Gold partizipieren.
Am 8. Juli 2008 um 19:06 Uhr
Betrachtet man die letzten Monate und Jahre hätte sich ein Einstieg, egal ob bei Silber, Gold oder Platin in physischer Form gelohnt. Im Gegensatz zu Gold, was oftmals nur als Schmuck “verbraucht” wird, ist Silber im täglichen Verbrauch. Silber wird daher immer knapper und ist als “Gold des kleinen Mannes” dem Gold zu bevorzugen.
Einen interessanten Satz gab David Morgan von sich:
Die prozentualen Gewinne von Silber und der mit Silber verbundenen Anlagen wird in die Finanzgeschichte eingehen, genau wie der “Silver Corner” der Hunt Brüder 1980!
Schaun wir mal, was die Zukunft zeigt.
Am 25. September 2008 um 13:05 Uhr
Silber hat noch eine Bomben Entwicklung vor sich – so dass man dabei gar nichts verkehrt machen kann. Bei Platin bin ich mir aber im Bereich Sicherheit nicht so sicher! Da würde ich eher Gold bevorzugen, da im Bereich pysischem Material wie Gold & Silber die Nachfrage gigantisch groß ist…!