Wie Goldfinger Brown 1999 zwei Milliarden Pfund versenkte

Gordon Brown ist seit 1997 der Schatzkanzler von Großbritannien, der britische Finanzminister, der in der Regierung direkt nach dem Premierminister kommt. Die englische Sunday Times betitelt ihn in einem Beitrag vom 15.04.2007 “Goldfinger Brown” und die Sunday Times kämpft seit 18 Monaten um Freigabe von Protokollen der Bank von England nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Es geht um einen Vermögensschaden in Höhe von bisher zwei Milliarden engl. Pfund, etwa drei Milliarden Euro, den Minister Brown seit 1999 verursacht hat. Die bereits aufgedeckten Sachverhalte sind von allgemeinen, internationalen Interesse. Schließlich zeigt sich, mit welchem Unverstand und welcher Arroganz der Macht Finanzpolitik für das jeweilige Land betrieben werden kann.

Der Milliarden-Schaden entstand durch den angewiesenen Verkauf von über Tonnen Gold in 1999, wobei die Bank von England vom Minister sogar angewiesen wurde, das Gold über eine Auktion zu verkaufen. Normalerweise werden auf dem Goldmarkt größere Goldmengen sozusagen im Hinterzimmer zwischen Großinvestoren wie Notbanken und Goldhändlern verkauft. Durch die Ankündigung einer unsinnigen Versteigerung einer großen Menge Gold shorteten die Goldhändler schnell Gold, wodurch 1999 die Goldpreise an den Terminbörsen auf historische Tiefs sanken.

So hat die britische Regierung 1999 einen erheblichen Teil ihrer Goldvorräte zum Schleuderpreis verkauft und das gerade noch zum Zeitpunkt als der zyklische Goldpreis am tiefsten Stand seit 20 Jahren lag. 1999 erzielte die Minister Brown 275 US $ pro Unze Gold. Acht Jahre später hat sich der Goldpreis bereits vervielfacht und liegt bei knapp 690 US $ pro Unze (04/2007). Der Beitrag der Sunday Times ist hochinteressant, da politische Details der Vorgänge dargestellt werden. Beim Kampf um die Informationsfreiheit im Fall “Goldfinger Brown” geht es zugleich um die politische Macht – schließlich gilt Gordon Brown als potentieller Nachfolger von Tony Blair. Die offiziellen Dokumente , die die Inkompetenz des Ministers beim Goldverkauf weiter belegen können werden dabei mit der fadenscheinigen Begründung verweigert, dass dabei heraus bekommen könne, wo der verbliebene Rest Gold Großbritanniens lagert und das das die Sicherheit gefährde. Für solche Fälle gibt es normalerweise Schwärzungen. Aber es geht wohl nicht ums Schwärzen, sondern um die Sache überhaupt, da es den Dilettantismus des Goldfingers belegen würde, der sich nicht bemüßigte, bei den Goldverkäufen irgendwelche Fachexperten zu Rate zu ziehen.

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