US-Präsidentschaftskandidat McCain “Bomb Iran”, Beach Boys und IV. Weltkrieg

Krieg oder nicht Krieg in der Hauptölregion der Welt, das ist eine Frage der Menschheitsgeschichte und auch der Entwicklung der Globalwirtschaft. Man sollte sich unbedingt mal diese hervorragende interaktive Karte mit den Öl- und Gaspipelines, Militärpositionen des mittleren Ostens und Zentralasiens ansehen.
Der Iran ist bereits militärstrategisch umstellt.

Wie es weiter geht könnte ist vielleicht dem LiveVideo des US-Präsidentschaftskandidaten MCain zu entnehmen. McCain erklärt dem Publikum seine Auffassung zur Kriegspolitik der USA. Und dann singt er als Merkspruch fürs Publikum den Welthit der Beach Boys: “Ba, Ba, Ba, Ba Barbaran …” – ein Love-Song an eine geliebte Barbara. McCain macht aber aus dem Love-Song einen War-Song, er singt: “Bomb bomb bomb bomb bomb Iran”. Die unversteckte Botschaft ans Wahlpublikum: “Wir wünschen uns, dass wir den Iran bald bombardieren können.”

McCain ist einer der derzeit bedeutendsten US-Politiker und Führer der Republikanischen Partei im Kongress. Auch er will sich für das Amt des US-Präsidenten bewerben und gewählt werden. In Umfragen rangiert McCain untern den republikanischen Kandidaten auf Platz 2 hinter dem Republikaner Guliani auf Platz 1.Wie steht nun McCain zum Krieg im Irak und zur weiteren Entwicklung der Ölregion insgesamt? Er möchte den Iran mit Bomben überschütten und packt das in ein nettes Wahlkampfliedchen. Als Kritik aufkam, sagt er, das war doch nur mal so zum Spass.
Angesichts der steigenden Zahl von Flugzeugträgern bis zu Selbstmordbombern am Golf, im Irak und im nahen und mittleren Osten insgesamt werden oft die Hintergründe vergessen. In diesem Raum liegen 80% der entdeckten, noch relativ preisgünstig abbaubaren Ölreserven der Welt. Bei den Konflikten in und mit diesen Ländern handelt sich um Ölkriege. Und schon seit Jimmy Carter ist ein wesentlicher Teil des militärischen und außenpolitischen strategischen Konzepts der USA die Ölreserven und Transportwege für den Ölschluckspecht der Welt zu sichern. 60% des in den USA verbrauchten Öls wird bereits aus dem Ausland importiert.

Die Bevölkerung der Länder der Region, in der sich 80% dieser Weltölvorkommen befinden, sind zufällig meist muslimischen Glaubens. So wundert es nicht, wenn der Krieg der Worte und des Kriegsgeschehens teilweise in Form von ideologischen oder realen Eroberungs- und Kreuzzügen aufgeführt wird. Der Krieg ums Öl mystifiziert sich. Versuchen Sie mal, bei Ihren Ermittlungen um Erkenntnisse aus dieser Region immer den Ölspuren zu folgen – das hilft meist weiter.

Kriege um Rohstoffe kennt man schon aus der Bronzezeit. Wer die Rohstoffe kontrollierte, konnte aus Erz bessere Waffen machen oder hatte Gold, usw. Die spanischen Eroberungskriege in Mittel- und Süd-Amerika waren großteils zunächst durch Rohstoffplünderung motiviert, die Heiden und ihre Kultur wurden vernichtet. Auch beim I. und II. Weltkrieg spielten Rohstoffe eine große Rolle, auch für den Kriegsausgang. Hätten Nazideutschland im Krieg kein Gold gehabt, hätte es manche kriegswichtige Rohstoffe auf dem Weltmarkt nicht einkaufen können – sagte jedenfalls 1999 Alan Greenspan – eine indirekte Kritik an den Goldverkäufen seines britischen Kollegen Gordon.
Die US-Neokonservativen erklärten den verabscheuungswürdigen Anschlag auf das Worldtradecenter in 2001 bald darauf zum Beginn des IV. Weltkrieges. Und McCain hält den Irak-Krieg auch für gerechtfertigt als Kampf gegen Extremismus und Terrorismus – nur von Präsident Bush einfach schlecht geführt.
Seine Grundauffassung, die die konservative Seele streichelt, hat er in der ersten Aprilhälfte 2007 beim Virginia Military Institute erlätert, was von der “Post” als Video aufgenommen wurde. Der Text der Rede findet sich hier. McCain als ehemaliger Vietnam-Veteran und Vietnam-Kriegsgefangener hält die zum Rückzug mit festgelegtem Termin rufende Fraktion der Demokraten für unverantwortlich. Man würde viel höhere Risiken eingehen, wenn sich die USA bald aus dem Irak zurückziehen würden. Würde die USA im Irak scheitern, würde sich die Region würde zu einem Pulverfass entwickeln. Es würden dann Regionalkriege entstehen. Der Ölpreis würde dramatisch ansteigen und die US-Wirtschaft niedergehen. Und man müsste dann beobachten, wie die Terroristen neue Basislager errichten würden oder danach müsste man wieder US-Truppen in den Irak schicken. Dann wären die Bedingungen aber noch viel schlimmer als heute – McCain sieht im zukünftigen Iran dann als den Wilden Westen für Terroristen an. Dazu kommt seine Vision, dass Teheran dann das Machtvakuum im Irak füllt.

Und man könne davon ausgehen, dass dann die Staaten der Region mit sunnitischen Mehrheiten ihren sunnitischen Glaubensbrüder gegen die Schiiten militärisch vorgehen würden. Durch einen Rückzug der USA entstünde erst das richtige Desaster.

Und hier vergleicht die Post McCains Standpunkt mit denen von Präsidentschaftsmitbewerbern wie Guliani oder dem Demokraten Obama.
Fazit: Egal ob der derzeitige Öl-Kreuzzug nun abgeblasen wird oder nicht, die Ergebnisse sind eine absolute Katastrophe. Der Irak-Krieg wurde von den USA einseitig vom Zaun gebrochen, weder gab es Massenvernichtungswaffen noch Verbindungen des Diktator Saddams zum Terrorismus. Mit dem US-Einmarsch ins Ölland Irak hat sich dort ein Bürgerkrieg und Untergrundskampf und militärisches Bandenwesen entwickelt. Beim Zusammenbruch der Staatsmacht werden unzählige Iraker durch Kriminelle entführt und Lösegeld wird erpresst. Die Infrastruktur ist immer noch großteils im Eimer, die Bevölkerung empfindet die Lage viel schlimmer als unter dem grausamen Saddam.

Man muss bei den “Bomben auf den Iran” nicht erst drauf warten, bis McCain vielleicht mehr als “bomb bomb bomb Iran” dem Publikum vorsingt sondern ihm später vielleicht auch als gewählter Präsident Taten folgen lässt. Die Chancen stehen derzeit nicht so gut für McCain, aber das kann sich ja noch bis zum Wahltag ändern. Man sollte nicht vergessen, dass Präsident Bush im Rahmen seiner Präsidentschaft in alleiniger Entscheidung den Iran jederzeit angreifen darf. Die Kriegsargumente wurden ja schon längst jedem kommuniziert, der es wissen will.

Der grauenhafte Ölkrieg geht weiter – beidseitig verpackt als IV. Weltkrieg gegen das Böse der Menschheit . Der Irak heute ist nur eine Etappe im ganz großen Spiel. Es geht um die politische Kontrolle der gesamten Ölregion von Saudi-Arabien und dem Mittelmer bis Aserbeidschan und die russische und chinesische Grenze.

Eine Reaktion zu “US-Präsidentschaftskandidat McCain “Bomb Iran”, Beach Boys und IV. Weltkrieg”

  1. Bibi

    Oh Gott, das kann ja was werden.

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