US-Einfuhrzölle auf Chinaware und die chinesische US-Staatsanleihen-Bombe

Haben Sie sich schon mal überlegt, was die Chinesen machen, wenn für die USA die Einfuhrzölle für chinesische Waren drastisch erhöht werden? Dariel Schoon (PDF, engl.) erläutert hier in einem interessanten Beitrag, dass der US-Senat noch im Herbst 2007 beschließen will, für China-Importe 20% Zoll zu erheben.

China muss mit seinen 1,3 Billionen US $-Anleihen angesichts des galoppierenden US-Dollarverfalls und sinkender Kurse für US-Anleihen im Kombi-Doppelpack massive Verluste hinnehmen. Und auch die Chinesen dürften längst erkannt haben, dass sich diese Verluste angesichts der Zins- und fortgesetzten Schuldenpolitik der USA ziemlich sicher massiv ausweiten werden. Schließlich hat der US-Notenbankpräsiden Bernanke ja bereits erklärt, er werde im Krisenfalle notfalls mit dem Hubschrauber Dollarscheine über den Städten abwerfen. Mit dieser eventuell bevorstehenden, für die USA und die Weltwirtschaft allerdings sehr risikoreichen Geldinflationspolitik dürften die USA durch den so massiv fallenden Dollar auch einen Großteil ihrer riesigen Auslandsschulden loswerden.

Da kann man sich sehr gut vorstellen, dass China eigentlich keine Lust mehr auf US-Staatsanleihen hat und am liebsten diese fallenden Papiere loswerden möchte. Ein guter Anlass dafür wären die geplanten Strafeinfuhrzölle für China. Bleiben die ständigen Auslandsinvestitionen in US-Schuldpapiere aus, die vom 1. zum 2. Quartal 2007 bereits um rd. 20% gesunden sind, kann man in den USA von steigenden Zinsen bei längerfristigen Darlehen ausgehen und von einem fortgesetzen rapiden Dollarverfall.

Und die Chinesen könnten sich auch sagen, dass sie ihr Geld lieber anderswo in der Welt anlegen, damit den USA die Rüstungskasse ausgeht – so soll gerade der Rüstungsetat der USA von bisher für 2008 geplanten 130 Mrd. US $ um +50% auf 190 Mrd. US $ gesteigert werden. Letztlich zahlt das ja wesentlich auch China, das aber im Irak und Iran ganz andere Interessen hat, als die USA, die diese Wehretaterhöhungen ja für ihre Dominanzpolitiken in dieser Ölregion der Welt einsetzen. Dreht China womöglich den USA den Kreditgeldhahn zu, dürfte es den aktuell noch als Leitwährung geltenden US $ weiter in die für die nächsten Jahre anstehende Weltwährungskrise hineinziehen.

Sollte immer weniger Auslandsgeld zur Begleichung der Konsum- und Kriegsschulden in den USA bereitstehen, so wird die US-Notenbank voraussichtlich entsprechend mehr Geld über die “Druckerpresse” der Notenbank zur Verfügung stellen. Diese Geldinflationspolitik benötigt inzwischen ja längst kein Papier mehr, sondern funktioniert nunmehr als rein elektronische Geldmengenvermehrung.

Vom Gesamtszenario weiter profitieren dürften Edelmetalle und Edelmetallaktien.

2 Reaktionen zu “US-Einfuhrzölle auf Chinaware und die chinesische US-Staatsanleihen-Bombe”

  1. Ulf

    Hallo Dietrich, warum sind die Umlaute hier so eigenartig?

  2. Monetenguru

    Bei der Softwareaktualisierung von Wordpress wurden leider die Umlaute “zerschreddert”. Muss noch händisch zusammengeflickt werden.

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