Historische Betrachtung: Wie hoch geht noch der Goldpreis?

Wer sich die Entwicklung der Edelmetalle ansieht wird sich fragen, wie hoch der Goldpreis noch steigen wird. Viele halten ja 1.000 US $ pro Unze schon für extrem hoch. Und die Analysten der Finanzinstitute sehen den Goldpreis für 2008 ff. eher um einiges darunter. (Dass ein Großteil der Finanzinstitute kurz vor der Pleite stehen und Notenbanken und Staat sie jetzt zu Lasten der Staatsverschuldung und Inflation retten müssen um einen Gesamtfinanzkollaps zu verhindern sollte jedem allerdings vor Augen führen, dass deren Analysten und Entscheider wohl auch nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen haben.)

Eine interessante historische Betrachtung zur Goldpreisprognose gibt uns hierzu Krassimir Petrov von der Amerikanischen Universität in Bulgarien. Er belegt über eine Zeitspanne vom 19. Jahrhundert bis heute, das das Preisverhältnis von Gold zum Dow Jones Index in den Rohstoffzyklen immer wieder auf sehr geringe Werte gefallen ist.

In diesen Zeiten konnte man mit etwa 1 bis 2 Unzen Gold den Wert des Dow in US Dollar kaufen – zum letzten Mal ereignete sich dieser Tiefpunkt im Jahr 1980. An den Hochpunkten benötigte man bis zu über 40 Unzen Gold um den Dow zu kaufen – das letzte Mal war dies etwa im Jahr 2000 kurz vor dem Platzen der Dot-Com Blase als eine Unze Gold 250$ kostete und der Dow über 10.000 stand.

Wir könnten demnach davon ausgehen, dass wir in den kommenden Jahren wieder für etwa eine Unze Gold einmal den Dow kaufen können. Wenn der Dow nicht weiter sinken sollte, so dürfte dann Gold in den Jahren wenigstens auf über 12.000 US $ pro Unze steigen. Da als Leiter der FED Bernanke gewählt wurde, der schon vorher ankündigte, dass er notfalls mit dem Hubschrauber Geldscheine über den Städten abwerfen wird, um eine Deflation zu verhindern, sollte man tatsächlich davon ausgehen, dass der Kurs des Dow nicht stark abfallen wird, weil er gegebenenfalls politisch durch weitere Inflationierung der Geldmenge künstlich aufgeblasen wird.

So hält auch Petrov einen Kurs von über 10.000$ pro Unze Gold in etwa 8 Jahren für realistisch und rät dazu, einfach Gold so lange zu halten. 1.000 Dollar pro Unze Gold wären demnach noch als recht günstiger Einstiegskurs zu bewerten.

3 Reaktionen zu “Historische Betrachtung: Wie hoch geht noch der Goldpreis?”

  1. Julian

    Der Herr Petrov hat sehr recht. Gold wird als einzige Wertsicherung übrig bleiben. Der Beitrag schreibt ja schon über das desaströse Finanzsystem. Besonders ärgert mich, dass es keine Verantwortlichen für die ganze Zockerei gibt. Ist halt passiert ist die gängige Meinung und das kann nicht sein.

    Wenn die Krise überall ausbricht, u.a. das Papiergeld nichts mehr Wert ist, die Inflation dramatisch in die Höhe schiesst, dann haben die Leute Angst und werden dann in Gold investieren.

    Zitat: Wenn das Vertrauen in das Geld und somit auch in das Finanzsystem schwindet, dann bekommen es alle mit der Angst zu tun und die Angst treibt den Goldpreis.
    Quelle: Gold – Angst treibt den Kurs

  2. nath

    Vielleicht treffen sich Gold und Dow aber auch an einer ganz anderen Stelle, bei 5000$ zum Beispiel. In einer richtigen Krise kann ja der Dow durchaus wieder abstürzen.

  3. Goldling

    Gold ist nicht bei einem bestimmten Wert (z.B. 10.000) zu verkaufen, Gold ist bei einem DOW/Gold-Verhältnis um die 1 zu verkaufen. Das könnte in einem extrem deflationären Umfeld durchaus auch bei 800 der Fall sein (dann wäre aber auch die Kaufkraft von Gold entsprechend hoch).

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