HUI zu Goldpreis im Verhältnis zum Zinsspread bei Anleihen

21.02.2008 Einen aufschlussreichen Beitrag zur Prognose für die Kurse der Edelmetallaktien hat meines Erachtens Saville geleistet. Die Analyse kommt zum Ergebnis, dass in Kürze die Edelmetallaktien im Verhältnis zum Goldpreis stark anziehen dürften. Seville vergleicht zwei Charts im Zeitraum 2003 bis 2008:

a) der Chartverlauf des Quotienten der 30 Jährigen US-T-Bonds dividiert durch die 5-Jährigen T-Bills und

b) der Chartverlauf des Quotienten des Goldaktienindex HUI zum Goldpreis.

Feststellbar ist dabei, dass diese Quotienten sich recht synchron zueinander verhalten, wenn man den Chart von b) bei der Zeitachse einige Monaten vorverlegt. Ergebnis: Verbilligen sich die 5 jährigen T-Bills gegenüber den 30 yr T-Bonds dann steigt auch der HUI im Verhältnis zu Gold. Erhöhen sich die 5 yr T-Bills gegenüber den 30 yr T-Bonds, dann stagniert der Hui in Relation zum Goldpreis.

Diese Beobachtung sollte man nicht gleich als Zufallsprodukt abtun: Denn mit steigendem Goldpreis sollte eigentlich der Kurs des Goldaktienindex HUI überproportional steigen – schließlich erhöhen sich prinzipiell die potentiellen Gewinne der Goldminen überproportional im Verhältnis zum gestiegenen Goldpreis.

Der HUI/Gold-Quotient wird jedoch offenbar stark durch die Zinsen für Anleihen am langen Ende im Verhältnis zu den am kürzeren beeinflusst. Als seit 2001 von der FED die Zinsen massiv gesenkt wurden stieg nicht nur der Goldpreis sondern noch viel mehr der Goldaktienindex. Ab 2003 stagnierte dann das Verhältnis HUI / Gold trotz weiter steigendem Goldpreis, weil die FED die Zinsen wieder erhöhte. Nun ist aber seit Sommer 2007 eine zunehmende Zinssenkung der FED im Gange um die Finanzmärkte, Banken, Versicherungen, usw. durch billiges Geld vor einem massiven Absturz zu bewahren.

Saville geht davon aus, dass diese erneute Verbilligung der US-Staatsanleihen kürzerer Laufzeiten im Verhältnis zu denen mit längeren Laufzeiten wiederum besonderen Schub in die Edelmetallaktienkurse bringen wird. Dadurch sollten diese in Kürze beginnen, die zwischen 2006 bis Anfang 2008 erheblich gestiegene Preisentwicklung für physische Edelmetalle einzuholen und womöglich wieder zu überholen. Allerdings mit einer entsprechenden Verzögerung von einigen Monaten – also dann, wenn die Zinssenkungen der FED sich auch wirtschaftlich auswirken.

Dies entspricht in etwa wohl auch der Prognose von Dr. Gloom & Doom, dem Oracle von Chiang Mai, konkret von Marc Faber, der einen Stand des HUI Ende 2008 von rund 350 prognostiziert – also fast eine Verdopplung erwartet.

Ein Investment in Goldminenaktien könnte also gerade jetzt womöglich lohnenswert sein.

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