US-Häuslebauer-Schuldenkrise: Staatliche Schuldenübernahme kommt
22.02.08 Wie die Washington Post heute schreibt, distanziert sich die Politik derzeit noch von den Vorschlägen der Lobbyisten, wie man die überschuldeten US-Häuslebauer durch Staatsübernahme der Schulden, staatliche Umschuldungsprogramme, usw. Aber die Banken und ihre Lobbyisten bearbeiten schon die Politiker.
Ich würde die Situation wie folgt einschätzen: Die gegenwärtige Preisinflation droht massiv zuzunehmen, wenn die FED weiterhin massiv die Leitzinsen senkt. Zugleich entlastet dies aber nicht den Finanzsektor, denn die Banken haben weniger ein Problem mit der Zinshöhe sondern viel mehr ein Problem mit der Liquidität, weil ihnen wegen der Hypothekenkreditkrise immer weniger Geld geliehen wird oder nur zu sehr hohen Zinsen, so dass die FED-Zinssenkungen wegen der Kreditstrukturkrise hier verpuffen während sie die Preisinflation vorantreiben.
Wenn die FED durch Zinssenkungen allein das Hypothekenproblem nicht in den Griff bekommen kann, muss letztlich der Staat eingreifen und mit direkten Finanzspritzen gezielt in den Immobilienbereich eingreifen.
Denn die Kreditkrise ist ja noch keinesfalls vorbei, sie fängt erst an: Gerade jetzt im Frühjahr bis zum Sommer steht ein Riesenberg an Umschuldungen bei den ARM, den Adjustable Mortgage Rates, den Hypothekenkrediten der Häuslebauer an, die dann für ihre Kredite Marktpreise zahlen müssen, die häufig mehrfach höher sind als das, was sie bisher monatlich zahlen mussten. Millionen der blanken US-Haushalte nicht nur im Subprime-Segment werden dann die Kreditraten nicht zahlen können.
Dabei dürfte der jetzt anstehende Schub neuer zahlungsunfähiger US-Hausbesitzer bei den Banken, Hypotheken-Kredit-Versicherungsgesellschaften, usw. zu neuen Wertberichtigungen bei den Quartalsbilanzen im Bereich von hunderten Milliarden Dollar zusätzlicher Verluste führen. Schließlich ist anzunehmen, dass die Banken nicht gleich für die Zukunft Kreditzahlungsausfälle in die Bilanzen hereinnehmen, da die Schuldner derzeit ja noch zahlungsfähig sind.
Die schlimmsten Zeiten für das zusammenfallende Kartenhaus der US-Hypothekenkredite, für darauf aufbauender Kredit-Derivate und sonstige weltweite Domino-Effekte steht also noch bevor.
Also wird nicht nur die FED weiter die Kreditzinsen senken (mit dem ständigen Problemszenario, dass dadurch der Dollarverfall so sehr begünstigt wird, dass schließlich eine Kapitalmassenflucht in andere Währungen die US-Zinsen massiv nach oben treibt und dadurch die US-Kreditkrise und Rezession verschlimmert statt eindämmt).
Es wird also auch die Politik intervenieren – gerade vor den Präsidentschaftswahlen – da sich fast jeder populistisch gerieren wird, um sich damit sowohl bei den Häuslebauern als auch bei den Finanzbranche (Partei- und Wahlkampfspenden) weiter beliebt zu machen.
Die Folge dürfte eine Vergrößerung der US-Staatsverschuldung um weitere hunderte Milliarden Dollar sein. Die Schuldenkrise wird von den Privatbanken auf den Staat übertragen mit negativen Auswirkungen auf den US $ (weiter fallendes Vertrauen in den US $ als Welt-Leitwährung) und die US-Preisinflation. Beides dürfte dann die Flucht in reale physische Werte (Rohstoffe, speziell Edelmetalle) weiter vorantreiben.

Am 25. Dezember 2008 um 11:44 Uhr
Das wäre mit Sicherheit ein interessanter Beitrag; aber egal, auf welche Codierung ich schalte: die Umlaute sehen immer so oder ähnlich aus: Vergrößerung !