Bailout Finanzkrise: Realer Sozialismus für die Reichen!

Nachdem es mit dem realen Sozialismus in der DDR und Osteuropa nicht so recht klappte, funktioniert er endlich. Und zwar in den USA. Mit sozialistischen Grüßen von der Wallstreet und Henry Paulson als US-Finanzminister der amtierenden Goldman-Sachs-Regierung.  Erstmals wurde aus den bereitgestellten 700 Milliarden für ein neues größeres Finanzfeuerwerk zugunsten der Banken und Wallstreet heute am 29.10.08 ein hübsches Sümmchen von 163 Milliarden US $ an die Banken auskehrt. Das berichtet die Washington Post.

Bemerkenswert: Mit amtlicher Erlaubnis von Mr. Paulson dürfen die Banken mehr als die Hälfte der 163 Milliarden US $ in den nächsten drei Jahren in Form von Dividenden an die Aktionäre ausschütten. Das finde aber sehr nett von Herrn Paulson, dass er so großzügig ist. Hatte ich nicht mal davon gehört, dass die Gelder zur Verstärkung der schon fast ausgetrockneten Liquidität genutzt werden sollten? Das muss wohl ein Hörfehler gewesen sein. Denn was bleibt denn dann vom Geld für Liquiditätsvorsorge und Kreditvergabebereitschaft im Bankenwesen noch übrig, wenn man bedenkt, dass die Banken ja auch noch an die Jahresprovisionen für ihre Bankerelite denken müssen? Sonst stehen noch deren Learjets im Hangar und die Banker können zum Wochenende nicht mehr in ihre Villen in der Karibik fliegen, weil sie ihr Flugbenzin nicht mehr zahlen können, das ja leider auch sehr teuer geworden ist. Und dadurch würde wiederum der “Trickle Down” Effekt verloren gehen, das heisst, die schlechter bezahlten Leute im Land und die Armen würden weniger bekommen, weil die Reichen weniger Geld ausgeben. Man sieht: King Henry kümmert sich wirklich um die Armen! Sozialismus für die Reichen ist wahrer Sozialismus fürs Volk. In der DDR hatten sie einfach den Trickle Down Effect nicht berücksichtigt.

Eine Reaktion zu “Bailout Finanzkrise: Realer Sozialismus für die Reichen!”

  1. Simon

    Ja, jetzt versteh ich endlich, woran die DDR krepiert ist: Am kleinkarierten Denken von Günther Mittag und Konsorten. In Wandlitz gab es keinen einzigen LearJet, nicht einmal ein Rollfeld. Für die waren Volvos mit Rüschenvorhang am Heckfenster und Duchkabinen vom West-Baumarkt Luxus. Kein Wunder, dass Flieger-Freund Strauss (steuerfreies Flugbenzin, erinnert man sich?) die mit seinem fiesen Swing-Kredit damals locker in die Tasche gesteckt hat, bis sie freiwillig aufgaben.

    Aber wenn die EU jetzt den Autofirmen Geld gibt, damit sie damit die Strafen bezahlen, die die EU von ihnen verlangt, weil sie CO2-Schleudern bauen, und dann noch Geld gibt, damit sie nebenher andere Autos entwickeln können, dann ist das doch irgendwie ähnlich oder nicht? Dann werden die Porsches und 7BMWs auch nicht zu teuer und Geld und CO2 und Flugbenzin können weiter runtertröpfeln wie Manna und die Wirtschaft brummt bald wieder.

    Ich bin ja so froh! :-)

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