Finanzkrise: Jetzt brauchen Politik und Medien Buhmänner!

Wenn das Volk erkennt, dass jetzt Ersparnisse und Arbeitsplätze bedroht oder teilweise schon liquidiert sind und die Politiker den Bailout für die Reichen auf Kosten der Staatskasse organisieren, dann kommt vielen Bürgern die Wut hoch. Und schließlich geht fürs Spielcasino der Finanzer nicht nur  das Geldes der Bürger flöten, sondern es wächst auch das Risikos eines Staatsbankrotts durch überbordende Schuldenübernahme – auch wenn es derzeit erst nur “kleinere Fische” wie Island, Ungarn oder Pakistan betrifft.

Neben den Medien hängen da nun auch die Politiker, die sich bisher meist im Schönreden des Wetters im Wirtschaftswunderland profilierten ihre Fahnen um. Ansonsten würde sich die Wut im Bauch womöglich gegen diese Politker richten, die ja im Schulterschluss mit der Finanzlobby die finanzielle Katastrophe über viele Jahre mitgetragen haben. Fazit: Deutschland braucht wieder Buhmänner! Am besten ist es natürlich, wenn es die bösen Ausländer sind, dann hat man im Inland weniger Ärger miteinander.

Ein jüngstes Beispiel ist für mich die forsche Lippe von Finanzminister Peer Steinbrück, wie er die Schweiz, ihr Steuergeheimnis und Holding-Steuervorteile anprangert – siehe Spiegel online. Steinbrück will hier notfalls auch “die Peitsche” einsetzen. Tatsächlich hat die Schweiz viel ins Sachen Steuertransparenz  bewegt. Aber das zählt natürlich nicht, weil Steinbrück einen EU-externen Buhmann braucht, um von seiner Mitverantwortung für den Finanzkrisenplatz Deutschland abzulenken.

War da nicht vor kurzem der Raushau der Hyporeal in Höhe von 50 Milliarden, das sich im EU-Wundersteuerland IRland versteckte? Was als Betrag natürlich nicht reicht weil das schwarze Loch unermeßlich ist, in das die Geldillusion Kreditblase gezogen wird? Die Hyporeal braucht schon wieder weitere 15 Milliarden braucht man jetzt schon wieder – schleßlich braucht man ja auch ein bischen Liquidität. Im zitierten Spiegel-Artikel wird zur Schweizhetze Steinbrücks richtig vermerkt:

“So verzichten die EU-Länder Luxemburg und Österreich genauso wenig auf ihr Bankgeheimnis. Andorra und Monaco, die einzigen Staaten nebst Liechtenstein, die auf der offiziellen OECD-Liste von Steueroasen stehen, sind eng mit Frankreich verflochten. Und laut Weltbank ist die größte Steueroase der Welt: der Finanzplatz London.”

Natürlich weiss Steinbrück, dass er da keine öffentlichen Buhmänner aufbauen darf, da bekäme man ja richtig Ärger mit den EU-Kollegen. Aber an der kleinen Schweiz kann man sich austoben. Obwohl die insgesamt dort liegenden Schwarzgelder aus Deutschland nur ein kleines Nasenwasser gegenüber dem aktuellen Betrag von größer 500 Milliarden Euro (!) darstellen dürften, den Steinbrück derzeit den deutschen Banken als Medizin eintrichtern will, die diese bislang wie der Teufel das Weihwasser fürchten. Bis heute, wo heraussickert, dass sich jetzt die Banken wie eine Schulklasse vor einer Schluckimpfung zusammentun, um aus der 500 Milliardenpulle zu schlucken. Ob das tatsächlich positiv hilft bleibt abzuwarten. Schließlich ist auch in der Sterbestatistik seit langem bekannt, dass die Verabreichun von Medikamenten eine der häufigsten Todesursachen darstellt.

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