Finanzschaden über Finanztipps am Beispiel CNBC

Einen schönen Leckerbissen für alle mit besseren Englisch-Kenntnissen  bietet der 8,5 Minuten Videoclip des Komikers Jon Steward zum Thema, wie Massenmedien falsche Prognosen und Tipps zum Schaden der Anleger verbreiten. Jon Stweard hat hier CNBC aufs Korn genommen, das größte TV-Medium für Wirtschaftsinformationen für die breite Masse – von den NeoCons, den Neokonservativen für die Mainstreet. Und wie so oft heißt es wohl auch bei CNBC: “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing” – übersetzt ins Medienzeitalter: Die Finanzbranche, die mich für Werbeclips bezahlt und füttert, den setze ich dafür beim Publikum ins positive Umfeld mit entsprechenden Informationen und Finanztipps.

Fazit von Stewart: Über CNBC kommt man bald zu einem Vermögen von 1 Million Dollar. Vorausgesetzt man hatte vorher 100 Millionen Dollar.

Zunächst wird Santelli, Trader und CNBC-Finanzexperte ins rechte Licht gesetzt. Santelli regt sich wild darüber auf, dass Obama einige Milliarden an Staatsknete zur Schuldenregulierung überschuldeter Hausbesitzer verwenden will. Komiker Stewart macht klar, dass Santelli als Vertreter der Finanz- und Derivatebranche mal den Mund halten sollte. Verzockte die Finanzbranche nicht gerade Billionen, für die jetzt Staat und FED mit Billionen einspringen, um die Wallstreet auf Kosten des Steuerzahlers, von Mainstreet zu retten? Wer selbst an solchen riesigen Fleischtöpfen sitzt und das ganze Finanzdebakel mitverantwortet sollte sich nicht über die “Milliarden-Brosamen” aufregen, die an einen Teil der überschuldeten Hausbesitzer gehen sollen.

Beeindruckend sind die heißen Finanztipps von CNBC, speziell von Jim Cramer. Als TV-Investorenleithammel rief dieser – gerade vier Tage vor dem Untergang von Bear Stearns – die Zuschauer auf, ja nicht aus dieser Aktie rauszugehen, da sie absolut solide sei. Oder wie solide Bank of America sei die danach um über 90% in den Keller rutschte. Und ist Bear Stearns pleite, wird auf CNBC schon wieder proklamiert, dass Lehman Brother sicher sei – bevor die Bank unterging. Oder wie Jim Cramer dem Fernseh-Publikum marktschreierisch erklärt, es höre sich zwar widersinnig an, dass man in überbewertete Anlagen investieren solle, aber es sei richtig dort zu investieren, weil die Welt eben so sei wie sie ist.

Wunderbar ist auch die Wiedergabe und Kommentierung des CNBC-Interviews mit Mr. Stanford, der mit einer 8 Milliarden Dollar-Abzocke per Ponzi-Schema gleich nach Madoff zur Top Ten Liste der weltweit größten Finanzanlagenbetrüger gehört.

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