Ist Ackermann der Dieter Bohlen der Finanzbranche?

30. Oktober 2008

Als vor kurzem Ackermann erklärte, die Deutsche Bank wolle kein Bailout-Money vom Staat nehmen und er selbst würde sich schämen, von dort sein Geld gezahlt zu haben ging ein Aufschrei im Land um.

Für mich war das aber vor allem eine geschickte,  hervorragende PR-Inszenierung von Ackermann für die Deutsche Bank, PR, wie sie dies eben auch Dieter Bohlen so gut beherrscht. Ohne dass es die Bank nur einen Pfennig kostete, ging ein Medienrummel los.

Und die zwangsweise mitkolportierte Botschaft hieß: Im allgemeinen Bankensterben ist die Deutsche Bank so gesund, dass sie kein Notgeld vom Staat braucht. Was natürlich bedeutet: Die Kunden werden hier wahrscheinlich nicht panisch ihr Geld abziehen. Und womöglich kommen sogar Kunden anderer Banken, die in ihrer Panik jetzt ihr Geld bei der vermeintlich gesunden Deutschen Bank anlegen und von ihrer jeweiligen Zombie-Bank abziehen, die dadurch wegen Einlagenverlust gehebelt weiter in die Krise gerät.

Tatsächlich kann auch die Deutsche Bank massiv ins Schleudern kommen, da sie auch außergewöhnlich hohe Kreditausleihungen und andere Risikogeschäfte unterhält, die – da las ich unterschiedliche Zahlen – etwa das 20fache bis 35fache des Eigenkapitals ausmachen. Das liegt in der Größenordnung der US-Pleitebanken bevor die Pleite kam. Denn bereits ein Hebel von 20 bzw. 35 zum Eigenkapital bedeutet: Es muss nur ein Verlust von mehr als 5% bzw. unter 3% bei den Kredit- und Derivatgeschäften eintreten, dann wäre auch die Deutsche Bank pleite. Mr. Ackermann versteht es sehr gut im Wald zu pfeifen ohne dass es zu vielen auffällt.

Bailout Finanzkrise: Realer Sozialismus für die Reichen!

30. Oktober 2008

Nachdem es mit dem realen Sozialismus in der DDR und Osteuropa nicht so recht klappte, funktioniert er endlich. Und zwar in den USA. Mit sozialistischen Grüßen von der Wallstreet und Henry Paulson als US-Finanzminister der amtierenden Goldman-Sachs-Regierung.  Erstmals wurde aus den bereitgestellten 700 Milliarden für ein neues größeres Finanzfeuerwerk zugunsten der Banken und Wallstreet heute am 29.10.08 ein hübsches Sümmchen von 163 Milliarden US $ an die Banken auskehrt. Das berichtet die Washington Post.

Bemerkenswert: Mit amtlicher Erlaubnis von Mr. Paulson dürfen die Banken mehr als die Hälfte der 163 Milliarden US $ in den nächsten drei Jahren in Form von Dividenden an die Aktionäre ausschütten. Das finde aber sehr nett von Herrn Paulson, dass er so großzügig ist. Hatte ich nicht mal davon gehört, dass die Gelder zur Verstärkung der schon fast ausgetrockneten Liquidität genutzt werden sollten? Das muss wohl ein Hörfehler gewesen sein. Denn was bleibt denn dann vom Geld für Liquiditätsvorsorge und Kreditvergabebereitschaft im Bankenwesen noch übrig, wenn man bedenkt, dass die Banken ja auch noch an die Jahresprovisionen für ihre Bankerelite denken müssen? Sonst stehen noch deren Learjets im Hangar und die Banker können zum Wochenende nicht mehr in ihre Villen in der Karibik fliegen, weil sie ihr Flugbenzin nicht mehr zahlen können, das ja leider auch sehr teuer geworden ist. Und dadurch würde wiederum der “Trickle Down” Effekt verloren gehen, das heisst, die schlechter bezahlten Leute im Land und die Armen würden weniger bekommen, weil die Reichen weniger Geld ausgeben. Man sieht: King Henry kümmert sich wirklich um die Armen! Sozialismus für die Reichen ist wahrer Sozialismus fürs Volk. In der DDR hatten sie einfach den Trickle Down Effect nicht berücksichtigt.

Zeitenwende für den US Dollar durch China, Asien und Europa?

30. Oktober 2008

Ich habe den Eindruck, dass ein wichtiges Ereignis in der Presse kaum durchgedrungen ist, was wahrscheinlich dem US Dollar und der US-Wirtschaft den Todesstoß bereiten wird: Es ist ein Wendepunkt im Umgang mit dem US Dollar als Leitwährung durch Asien, Europa und speziell China, auch wenn die reale Umsetzung nur langsam greifen dürfte. Ich war schließlich nicht dabei, aber das allgemein gehaltene  Abschlusskommuniqué auf dem Europa-Asien-Gipfel in China am 25.10.08 macht deutlich, dass als Reaktion auf die Krise eine Trendwende im Verhältnis zum US $-  zumindest als Grundstimmung und Konsens der Veranstaltungsteilnehmer eingetreten ist.

Absolut bemerkenswert ist dabei, dass sich in der offiziellen Tageszeitung “People’s Daily” der Kommunistischen Partei Chinas sich nun ganz offen mit einem Beitrag auf der Titelseite zur Abkehr vom US Dollar bekennt. Reuters zitiert:

“The United States has plundered global wealth by exploiting the dollar’s dominance, and the world urgently needs other currencies to take its place, a leading Chinese state newspaper said on Friday. The front-page commentary in the overseas edition of the People’s Daily said that Asian and European countries should banish the U.S. dollar from their direct trade relations for a start, relying only on their own currencies.”

Wer sich an das “Neue Deutschland” zu Ulbrichts oder Honneckers Zeiten erinnert weiß, was ein Leitartikel im Zentralorgan der KP bedeutet. China hat zwar über 1,9 Milliarden US $ bereits als Währungsreserven angesammelt. Und diese Reserven sind durch eine Abkehr Chinas vom US $ selbst gefährdet sind, weil es dann nicht mehr weit bis zum Dollarcrash und einer galoppierenden Inflation in den USA kommen wird. Aber dieses Risiko wird jetzt offenbar akzeptiert, weil man damit endlich die weitere quälende Erosion der eigenen Finanzreserven letztlich vermeidet. Offenbar erkennt man wie jeder gute Trade jetzt, dass es keinen Zweck hat, gutem Geld noch mehr Geld hinterherzuwerfen. Und es schwächt massiv die USA als global Player und wertet damit China letztlich auf.

Denn wenn die USA als größtes Konsumbaby der Welt nicht mehr täglich seine paar Milliarden Dollar mehr Schulden aus der Milchflasche saugen darf wird es selbst auch sauer werden. Fed-Chef Bernanke hat ja schon angekündigt, dass er eine Druckerpresse besitzt, die notfalls beliebige Mengen US Dollar drucken kann und will gegebenenfalls Dollarscheine mit dem Hubschrauber über den US-Städten abwerfen.

Der Dollarkollaps führt dann mangels internationaler Kaufbereitschaft für US Anleihen zu einer Zinsexplosion am langen Bondmarkt und wird dann den Kapitalwert der US-Staatsanleihen, Immobilien- und Unternehmenskredite massiv senken und zugleich dazu führen, dass durch die hohen Zinsen eine Neuverschuldung für immer mehr Betroffene nicht mehr möglich wird. Was die US-Regierung und FED dazu veranlassen wird, in beliebigen Mengen Geld zu Null Prozent Zinsen in den Markt zu pumpen, da man sich schon klar dazu erklärt hat, dass man die Weltwirtschaftskrise 1929 als Kontraktionskrise nicht wiederholen will.

Dann lieber ab in die Hyperinflation, die zugleich gegenüber die Billionen Auslandsschulden der USA mit einem Federstreich aus der Welt schafft. Ist man erstmal bei Geldscheinen (wie bei der deutschen Hyperinflation der Weimarer Republik 1923 oder heute in Zimbabwe) im Wert von je einer Billion US $ angelangt, der im Wert einem US $ vn heute entspricht, braucht der nächste US-Präsident seinem Kollegen Putin nur einen 1 Billion $ Schein in die Hand drücken und hat dann nicht nur seine Russlandschulden abgetragen sondern auch dazu noch ein paar hundert Milliarden Dollar Trinkgeld – sicher eine nette Geste. China bekommt großzügig drei Scheine, Japan zwei und Indien einen Schein – dann sind auch die dortigen Schulden der USA einschließlich gutes Trinkgeld abgegolten.

Es geht wie beim Flipper: Nach dem Tilt ist “Game Over” das Zahlenwerk wird zurück auf Null gestellt und man beginnt von vorn. Viele können sich das garnicht vorstellen, dass dies möglich ist und wahrscheinlich auch passieren wird. Man lese bitte einmal das Buch von Naomi Klein “Die Schock Doktrin” wo die Beteiligung der IWF- und US-Finanzexperten als Berater für Finanzkrisen historisch dargelegt wird, die wie in Argentinien oder Russland aktiv in Hyperinflationen aufgelöst wurden.

Finanzkrise: Jetzt brauchen Politik und Medien Buhmänner!

30. Oktober 2008

Wenn das Volk erkennt, dass jetzt Ersparnisse und Arbeitsplätze bedroht oder teilweise schon liquidiert sind und die Politiker den Bailout für die Reichen auf Kosten der Staatskasse organisieren, dann kommt vielen Bürgern die Wut hoch. Und schließlich geht fürs Spielcasino der Finanzer nicht nur  das Geldes der Bürger flöten, sondern es wächst auch das Risikos eines Staatsbankrotts durch überbordende Schuldenübernahme – auch wenn es derzeit erst nur “kleinere Fische” wie Island, Ungarn oder Pakistan betrifft.

Neben den Medien hängen da nun auch die Politiker, die sich bisher meist im Schönreden des Wetters im Wirtschaftswunderland profilierten ihre Fahnen um. Ansonsten würde sich die Wut im Bauch womöglich gegen diese Politker richten, die ja im Schulterschluss mit der Finanzlobby die finanzielle Katastrophe über viele Jahre mitgetragen haben. Fazit: Deutschland braucht wieder Buhmänner! Am besten ist es natürlich, wenn es die bösen Ausländer sind, dann hat man im Inland weniger Ärger miteinander.

Ein jüngstes Beispiel ist für mich die forsche Lippe von Finanzminister Peer Steinbrück, wie er die Schweiz, ihr Steuergeheimnis und Holding-Steuervorteile anprangert – siehe Spiegel online. Steinbrück will hier notfalls auch “die Peitsche” einsetzen. Tatsächlich hat die Schweiz viel ins Sachen Steuertransparenz  bewegt. Aber das zählt natürlich nicht, weil Steinbrück einen EU-externen Buhmann braucht, um von seiner Mitverantwortung für den Finanzkrisenplatz Deutschland abzulenken.

War da nicht vor kurzem der Raushau der Hyporeal in Höhe von 50 Milliarden, das sich im EU-Wundersteuerland IRland versteckte? Was als Betrag natürlich nicht reicht weil das schwarze Loch unermeßlich ist, in das die Geldillusion Kreditblase gezogen wird? Die Hyporeal braucht schon wieder weitere 15 Milliarden braucht man jetzt schon wieder – schleßlich braucht man ja auch ein bischen Liquidität. Im zitierten Spiegel-Artikel wird zur Schweizhetze Steinbrücks richtig vermerkt:

“So verzichten die EU-Länder Luxemburg und Österreich genauso wenig auf ihr Bankgeheimnis. Andorra und Monaco, die einzigen Staaten nebst Liechtenstein, die auf der offiziellen OECD-Liste von Steueroasen stehen, sind eng mit Frankreich verflochten. Und laut Weltbank ist die größte Steueroase der Welt: der Finanzplatz London.”

Natürlich weiss Steinbrück, dass er da keine öffentlichen Buhmänner aufbauen darf, da bekäme man ja richtig Ärger mit den EU-Kollegen. Aber an der kleinen Schweiz kann man sich austoben. Obwohl die insgesamt dort liegenden Schwarzgelder aus Deutschland nur ein kleines Nasenwasser gegenüber dem aktuellen Betrag von größer 500 Milliarden Euro (!) darstellen dürften, den Steinbrück derzeit den deutschen Banken als Medizin eintrichtern will, die diese bislang wie der Teufel das Weihwasser fürchten. Bis heute, wo heraussickert, dass sich jetzt die Banken wie eine Schulklasse vor einer Schluckimpfung zusammentun, um aus der 500 Milliardenpulle zu schlucken. Ob das tatsächlich positiv hilft bleibt abzuwarten. Schließlich ist auch in der Sterbestatistik seit langem bekannt, dass die Verabreichun von Medikamenten eine der häufigsten Todesursachen darstellt.

Bear Stearns Pleite: Nur die Spitze des Eisbergs

17. März 2008

16.03.07 Freitag letzte Woche hat die Finanzkrise Bear Stearns, die fünftgrößte Investmentbank der Wallstreet zur Strecke gebracht. Auch wenn du es schon längst vorher wusstest, dass die Systemkrise das weltweite Finanzsystem und den Dollar als Leitwährung crashen wird: Es ist doch immer noch etwas anderes, wenn sich die Dinge ganz konkret ereignen.

Bei Bear Stearns war es der elektronisch Bankrun. Die Kunden stehen nicht mehr wie in der Weltwirtschaftskrise 1929 ff. in langen Schlangen bei den Banken, wo Kunden ihr Geld abheben wollen. Die Dinge laufen elektronisch im Netz ab, unsichtbarer und extrem schnell. Bevor Finanzer und Anleger aus dem Wochenende zur Arbeit gehen ist Bear Stearns schon an J.P.Morgan für 2 US $ pro Aktie verkauft und die FED, die US-Notenbank springt so mit finanzieller Rückendeckung ein, dass der Investor nicht zittern muss.

J.P.Morgan als große Bankfinanzblase hat also für ein Schnäppchen die kleinere Bankblase Bear Stearns geschluckt. Und die Anlager an der Börse haben offenbar auch am Freitag nicht begriffen, was ihre Aktien überhaupt noch wert waren – am Freitag crasht Bear Stearns von ca. 60 US $ auf ca. 30 US $. Den Anleger war die Aktie am Freitag also noch das 15 fache dessen wert, was J.P.Morgan jetzt bezahlen muss.

Wann kommt jetzt bei J.P. Morgan der Derivate-Crash?

Erstaunlich ist, dass Übernehmer J.P.Morgan im eigenen Bankhaus noch in viel extremeren Verhältnis Sprengstoffmengen lagert als Bear Stearns. Hier liegt ein noch vielfach höheres Derivate-Engagement vor, wie dies aus der amtlichen US-Statistik hervorgeht, die ich hier im Monetenguru ja schon vor ein paar Wochen vorstellte, als erklärt wurde, dass die Statistikwebsite von der US-Regierung zur weiteren Förderung der allgemeinen Finanzamnesie des Publikums nicht mehr fortgeführt wird. Auf die Zahlen bzgl. J.P.Morgan weist ja heute auch der Chefanalyst der Bremer Landesbank hin. Es geht hier um ein Derivate-Engagement in Höhe von rund 7,5 Billionen US $ also einem Umfang in Höhe von fast zwei mal des Jahresbruttosozialprodukts von Deutschland! Jahrelang war von vielen eher der Crash des Kartenhauses des unregulierten internationalen Derivateunwesens erwartet worden – so wies die Bank of International Settlements regelmäßig auf diese Gefahren hin.

Wenn es jetzt zunächst die Subprimes des US-Hypothekenmarkts erwischte und damit Bear Stearns bedeutet das nicht, dass die Gefahrenlage insgesamt nicht auch für J.P.Morgan hochbrisant ist. J.P.Morgan ist nur nicht so sehr von der Immobiliensparte belastet.

Auch Citybank kanns erwischen

Wie James Turk heute schreibt, ist auch bei der Citybank die Frage des Überlebens ungewiss. Das zur Verfügung stehende Eigenkapital deckt nach seiner Rechnung die eingegangenen Verbindlichkeiten mal gerade zu 2,3% ab. Schmieren diese also nur um 2,3% ab, dann ist Citybank eigentlich schon pleite. Nur ist es trotz oder gerade wegen Basel II und anderen Bilanzvorschriften, bzw. Tricks den US-Banken bis heute möglich, weitgehend entwertete Papiere so zu bilanzieren, dass die Insolvenz nicht sichtbar wird. Dazu werden diese einfach außerhalb der Bank-Bilanzen gestellt, bzw. als langfristige Anlagepapiere zum Einstandspreis eingebucht.

Wenn die FED weiter die Banken rettet ist der Dollar nicht zu retten

Selbstverständlich wird zur Verhinderung der Ansteckungsgefahr im Finanzwesen die FED die eigenen Banken raushauen. Und irgendwann werden auch weltweit die Notenbanken und Regierungen zu konzertierten Aktionen kommen – auch um dem galloppierenden Dollarverfall entgegenzutreten.

Das wird längerfristig natürlich wenig bewirken, aber Politiker und Notenbankchefs müssen sich natürlich weiter auf dieser Welttheaterbühne der Finanzmärkte als Schauspieler präsentieren. Außerdem ist der Markt langsam reif für eine Gegenbewegung – spätestens in einigen Wochen. Bis dahin dürfte es noch weitere Finanzinstitute und Hedgefonds erwischen und weitere Panik verbreiten. Dann aber werden alle meinen, dass die Finanzkrise bewältigt werde und die Börse das schon wieder vorwegnimmt, weil in einem halben Jahr die US-Rezession vorbei sei. Die Börsenkurse der Finanzwerte könnten im Rahmen einer Bärenmarkt-Rallye womöglich auf dieser Spätfrühlings- bis Sommerstrecke die Highflyer sein bis etwa kurz nach der Präsidentenwahl. Dann dürfte sich die erneute Erkenntnis frei nach dem Volksmärchen “Der Kaiser ohne Kleider” durchsetzen. Statt dass das Kind sagt “der hat ja gar keine Kleider an” wird es “die sind ja pleite” sagen. Und die kaiserlichen Finanzanalysten werden daraufhin zahlentheoretisch ableiten, warum das von allen öffentlich wahrgenommene Geld-Nichts gar nicht existent ist. Dann wird das Publikum aber vom Glauben abfallen.

Das wiederum dürfte den Endspurt in Hyperinflation oder Depression einleiten, was die systematische globale Geldmengeninflation der letzten Jahrzehnte dann aus dem System verdrängt. Dann steht entweder der Dow Jones bei 1.000 $ wie Gold oder Gold kommt zum Dow Jones – sei es bei 10.000, 100.000 oder 1 Billion. Und womöglich wird man dann in den USA die Hyperinflation vorziehen und so die totale Entschuldung speziell auch hinsichtlich der internationalen Zahlungsverpflichtungen vollziehen.

Historische Betrachtung: Wie hoch geht noch der Goldpreis?

22. Februar 2008

Wer sich die Entwicklung der Edelmetalle ansieht wird sich fragen, wie hoch der Goldpreis noch steigen wird. Viele halten ja 1.000 US $ pro Unze schon für extrem hoch. Und die Analysten der Finanzinstitute sehen den Goldpreis für 2008 ff. eher um einiges darunter. (Dass ein Großteil der Finanzinstitute kurz vor der Pleite stehen und Notenbanken und Staat sie jetzt zu Lasten der Staatsverschuldung und Inflation retten müssen um einen Gesamtfinanzkollaps zu verhindern sollte jedem allerdings vor Augen führen, dass deren Analysten und Entscheider wohl auch nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen haben.)

Eine interessante historische Betrachtung zur Goldpreisprognose gibt uns hierzu Krassimir Petrov von der Amerikanischen Universität in Bulgarien. Er belegt über eine Zeitspanne vom 19. Jahrhundert bis heute, das das Preisverhältnis von Gold zum Dow Jones Index in den Rohstoffzyklen immer wieder auf sehr geringe Werte gefallen ist.

In diesen Zeiten konnte man mit etwa 1 bis 2 Unzen Gold den Wert des Dow in US Dollar kaufen – zum letzten Mal ereignete sich dieser Tiefpunkt im Jahr 1980. An den Hochpunkten benötigte man bis zu über 40 Unzen Gold um den Dow zu kaufen – das letzte Mal war dies etwa im Jahr 2000 kurz vor dem Platzen der Dot-Com Blase als eine Unze Gold 250$ kostete und der Dow über 10.000 stand.

Wir könnten demnach davon ausgehen, dass wir in den kommenden Jahren wieder für etwa eine Unze Gold einmal den Dow kaufen können. Wenn der Dow nicht weiter sinken sollte, so dürfte dann Gold in den Jahren wenigstens auf über 12.000 US $ pro Unze steigen. Da als Leiter der FED Bernanke gewählt wurde, der schon vorher ankündigte, dass er notfalls mit dem Hubschrauber Geldscheine über den Städten abwerfen wird, um eine Deflation zu verhindern, sollte man tatsächlich davon ausgehen, dass der Kurs des Dow nicht stark abfallen wird, weil er gegebenenfalls politisch durch weitere Inflationierung der Geldmenge künstlich aufgeblasen wird.

So hält auch Petrov einen Kurs von über 10.000$ pro Unze Gold in etwa 8 Jahren für realistisch und rät dazu, einfach Gold so lange zu halten. 1.000 Dollar pro Unze Gold wären demnach noch als recht günstiger Einstiegskurs zu bewerten.